Verwalteter Mangel

Die NZZ veröffentlichte kürzlich einen Beitrag zur Flexibiliserung der Stromnachfrage. Smart Grid heisst das Zauberwort. Vorgestellt wurde ein Startup, das eine neues Konzept dafür hat. Ein Leserbrief ordnet die Anstrengungen ein.

 

Unter dem Titel "Ein Startup will Flatterstrom bekämpfen und damit der Energiewende zum Durchbruch verhelfen" stellte die NZZ (Artikel vom 21.3.2019) ein Unternehmen vor, das die Nachfrageseite flexibilisieren will. Der Fall ist klar: Je mehr Strom aus witterungsabhängigen Quellen stammt, desto flatteriger und unberechenbarer wird dieser. Allerdings: Das Wetter lässt sich nur schlecht beeinflussen.

 

Ein Leserbrief, verfasst von unserem Mitglied Laurenz Hüsler, ordnet die Anstrengungen rund um Smart Grid richtig ein. Er schreibt: "Das Konzept heisst in gewöhnlicher Sprache ganz einfach Stromabschaltung, mit viel Aufwand. Wenn die gesicherte Leistung aus konventionellen Kraftwerken unter den Bedarf fällt, dann müssen trotz teuren Batterien Verbraucher ausgeschaltet werden. Das ist das Wesentliche an all den Konzepten von Smart Grid bis zu virtuellen Kraftwerken und Demand-Side-Management. Die ganzen Konzepte vernachlässigen, dass unsere Gesellschaft nicht nur im Haushalt Strom braucht, sondern auch 24 Stunden am Tag für Kommunikation, Wasserversorgung, kontinuierliche Industrieprozesse, öV, Lagerhäuser, Spitäler. Mit der derzeitigen Energiestrategie wird die lokale oder weiträumige Stromabschaltung – auf Neudeutsch der Blackout – bald zum Normalzustand. Es wird darum Zeit, der verfehlten Energiestrategie den Stecker zu ziehen." 

 

Dem pflichten wir bei. 

 

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