Druckluftspeicher

Eine Speichermethode, die oft vorgeschlagen wird, sind Druckluftspeicher

 

Auf den ersten Blick ist das eine bestechende Idee: Man braucht den überschüssigen Strom, um Luft in einen grossen Druckbehälter zu pumpen. Bei Bedarf treibt die Druckluft eine Turbine mit Generator. Wie gross muss so ein Druckspeicher sein?

 

Um die Tagesproduktion von Gösgen zu speichern, muss ein Raum mit 5 Millionen m3 mit Druckluft bei 200 bar gefüllt werden. Das ist der Druck in einer Taucherflasche und der Raum entspricht dem Volumen der beiden Röhren des Gotthard-Basistunnels. Wir wollen aber nicht nur die Tagesproduktion von Gösgen, 25 Millionen kWh, speichern, sondern 3 Milliarden kWh. Wir benötigen also die beiden NEAT-Röhren 120 mal! Daran sieht man, dass die Versuche, in einem wenige Kilometer langen Erschliessungsstollen zum Basistunnel einen Druckluftspeicher einzurichten, bestenfalls als Spielerei durchgeht.

 

Mit Druckluftspeichern schafft man sich ein zusätzliches Speicherproblem. Wer jemals einen Veloreifen aufgepumpt hat weiss: komprimierte Luft wird heiss. Nur ein Teil der Pumpleistung wird in Druck umgewandelt, ein Teil geht in Wärme über und heizt die Luft – im erwähnten Beispiel-Speicher auf über 600°C. Falls diese Wärme nicht gespeichert werden kann, muss die Luft bei der Entspannung in der Turbine vorgeheizt werden, zum Beispiel mit einem Erdgasbrenner. So macht man es im deutschen Huntorf, dem bisher einzigen Druckluftspeicher in Europa. Er wurde 1978 von BBC gebaut. Kosten? Die beiden Basistunnel haben 19 Milliarden Fr. gekostet, allerdings inklusive der Bahntechnik. Die reinen Baukosten für die 120 Doppeltunnel dürften sich auf 1’200 Milliarden belaufen.

 

Weitere Möglichkeiten um Strom zu speichern:

Pumpspeicher | Luftdruckspeicher | Batteriespeicher | Wasserstoffspeicher

 

 

 

 

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