Unsere Grundversorgung mit Strom

Haushalte und Wirtschaft benötigen Strom – Tag und Nacht. Bisher konnte das ein weitgehend CO2-freies Paar sicherstellen: Wasser- und Kernkraft. Letztere lieferte Grundlast, mit Wasserkraft glich man die schwankende Nachfrage aus. Jetzt soll der Grundstock durch stark schwankende Produktion aus Sonne und Wind ersetzt werden.

 

Wenn man eine graphische Darstellung des Stromverbrauchs in der Schweiz betrachtet, fällt auf, dass er zwar schwankt, aber nie unter einen bestimmten Wert fällt. Dieser Wert ist erstaunlich hoch. Anders gesagt: Auch in den frühen Morgenstunden, wenn wir schlafen und wenn scheinbar niemand arbeitet, wird Strom benötigt (z. B. durch Kühlschränke in den Haushalten, Spitäler oder Straßenlaternen). Der Verbrauch steigt zu Beginn des Tages, wenn wir aufstehen, das Frühstück zubereiten und zu arbeiten beginnen. Im Lauf des Vormittags, gegen Mittag, erreicht der Verbrauch dank der angestellten Herdplatten einen ersten Höhepunkt. Einen zweiten Höhepunkt beobachtet man am Abend (ausser im Hochsommer), wenn die Fernseher eingeschaltet werden und man das Abendessen zubereitet. Im Winter liegt das Maximum des Stromverbrauchs um 10'000 Megawatt (= 10 Gigawatt), aber der Verbrauch fällt auch in lauen Sommernächten nie unter 5'000 MW (= 5 GW).

 

Diesen Grundbedarf, der immer vorhanden ist, decken heute die Kernkraftwerke. Die Schwankungen der Nachfrage am Tag werden durch die Speicher-Wasserkraftwerke ausgeglichen.

 

Wind und Sonne liefern keinen Bandstrom
Nun soll einer der Partner des Paars, die Kernenergie, ersetzt werden durch Wind- und Sonnenenergie. Ausgerechnet die flexible, ständig verfügbare Stromquelle soll ersetzt werden durch unberechenbare, nicht steuerbare Stromquellen. Das funktioniert, solange deren Beiträge klein sind und eine gewisse Grundlast abgedeckt ist. Doch ein vollständiger Ersatz der Bandenergie wie der Kernkraft durch zufällig produzierende Stromquellen ist physikalisch ein Ding der Unmöglichkeit. Das sieht man drastisch in Deutschland, wo bereits 2011 acht Kernkraftwerke abgestellt und mit jährlich über 20 Milliarden € der Bau von Solar- und Windanlagen subventioniert wurde. Nur an wenigen windigen und sonnigen Tagen im Jahr können diese die  Nachfrage fast decken. Aber sonst springen meist (Braun-)Kohlekraftwerke in die Bresche und der CO2-Ausstoss steigt ins Unermessliche.

 

 

 

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